Ratgeber · Aktualisiert: Juni 2026

Warmwasser sparen: die wirksamsten Spartipps bei der Warmwasserbereitung

Warmwasser sparen lohnt sich, weil die Warmwasserbereitung rund 10 bis 20 Prozent des Energiebedarfs eines Haushalts ausmacht, pro Person etwa 700 Kilowattstunden im Jahr. Die größten Hebel sind dabei nicht Verzicht, sondern Technik: Sparbrause, richtig eingestellte Speichertemperatur, eine getaktete Zirkulationspumpe und ein effizienter Erzeuger.

Pro Person
700 kWh
Energiebedarf für Warmwasser im Jahr
Sparbrause
bis 50 %
weniger Warmwasser bei gleichem Duschgefühl
Speicher
60 °C
Mindesttemperatur zum Legionellenschutz
Das Wichtigste in Kürze
Einordnung

Wie viel Energie verbraucht die Warmwasserbereitung?

Pro Person und Jahr fallen rund 700 Kilowattstunden allein für Warmwasser an. In einem Vier-Personen-Haushalt sind das größenordnungsmäßig 2.800 Kilowattstunden, unabhängig davon, wie gut das Haus gedämmt ist. Genau deshalb wächst der Anteil des Warmwassers am Gesamtverbrauch mit jeder Sanierungsstufe: Im unsanierten Altbau sind es etwa 10 Prozent, im gut gedämmten Neubau kann die Warmwasserbereitung den Heizbedarf sogar übersteigen.

Der Verbrauch hängt an drei Größen: der entnommenen Wassermenge, der Temperaturdifferenz zwischen Kaltwasser und Zapftemperatur und den Verlusten in Speicher und Leitungen. An allen dreien lässt sich ansetzen, in dieser Reihenfolge.

Wo das Warmwasser bleibt
Der größte Hebel liegt bei der Entnahmemenge, nicht bei der Temperatur.
Warmwasser je Anwendung (Liter) Vollbad ca. 150 l 5 Minuten duschen ca. 60 l 5 Minuten mit Sparbrause ca. 35 l Pro Person und Jahr: rund 700 kWh nur für Warmwasser Das entspricht etwa 10 bis 20 Prozent des gesamten Energiebedarfs eines Haushalts, im gut gedämmten Neubau anteilig deutlich mehr, weil der Heizbedarf dort klein ist. Richtwerte für eine herkömmliche Brause mit 12 bis 15 Litern pro Minute.
Hebel 1

Wie senke ich den Warmwasserverbrauch beim Duschen?

Eine herkömmliche Brause lässt 12 bis 15 Liter pro Minute durch, eine Sparbrause etwa 6 bis 8 Liter. Sie mischt dem Strahl Luft bei, sodass das Duschgefühl gleich bleibt, der Verbrauch aber um bis zu 50 Prozent sinkt. Der Austausch dauert fünf Minuten und ist die Maßnahme mit dem besten Verhältnis von Kosten zu Wirkung im ganzen Haus.

Zwei Einschränkungen gehören zur Wahrheit: An hydraulisch gesteuerten Durchlauferhitzern kann eine zu stark drosselnde Brause dazu führen, dass das Gerät nicht mehr sauber zündet. Und wer die Duschzeit gleichzeitig verlängert, hat nichts gewonnen. Ein Vollbad mit rund 150 Litern bleibt in jedem Fall der teuerste Weg, warm zu werden.

Hebel 2

Welche Temperatur ist für den Warmwasserspeicher richtig?

Jedes Grad weniger Speichertemperatur spart rund sechs Prozent Energie für die Warmwasserbereitung. Beliebig absenken dürfen Sie trotzdem nicht: In Großanlagen, nach DVGW-Arbeitsblatt W 551 sind das vereinfacht Speicher über 400 Liter oder Leitungen mit mehr als drei Litern Inhalt, muss das Trinkwarmwasser mindestens 60 Grad erreichen, um Legionellen zuverlässig abzutöten.

In kleinen Ein- und Zweifamilienhausanlagen unterhalb dieser Grenzen ist eine Speichertemperatur von etwa 50 Grad in der Regel vertretbar, sofern das Wasser regelmäßig ausgetauscht wird und keine toten Leitungsstränge existieren. Im Zweifel entscheidet die konkrete Anlage, nicht die Faustregel, das gehört in die Hand des Fachbetriebs.

Wichtig zu wissen Absenken um jeden Preis ist bei Warmwasser die falsche Strategie. Wer die Speichertemperatur unter den hygienisch notwendigen Wert drückt, spart wenige Euro im Jahr und riskiert eine Legionellenbelastung, deren Sanierung ein Vielfaches kostet. Prüfen Sie zuerst Entnahmemenge, Zirkulation und Speicherdämmung.
Hebel 3

Wie viel Strom verbraucht eine Zirkulationspumpe?

Eine Zirkulationspumpe sorgt dafür, dass sofort warmes Wasser aus der Leitung kommt. Läuft sie rund um die Uhr, verbraucht sie nicht nur selbst Strom, sondern hält auch die gesamte Leitung permanent warm, der größere Verlust von beiden. Eine alte, ungeregelte Pumpe kommt so leicht auf mehrere hundert Kilowattstunden im Jahr.

Die einfachste Maßnahme ist eine Zeitschaltuhr, die die Pumpe nur morgens und abends laufen lässt. Noch besser arbeiten temperatur- oder anforderungsgesteuerte Modelle. Ergänzend lohnt sich die Dämmung der Warmwasser- und Zirkulationsleitungen im unbeheizten Keller. Dämmschalen kosten wenige Euro pro Meter. Weitere Maßnahmen im Heizungskeller finden Sie im Ratgeber Heizkosten senken.

Warmwasser ist der Bereich, in dem Technik mehr bringt als Disziplin

Wir sehen uns Speicher, Zirkulation und Erzeuger gemeinsam an und sagen Ihnen, welche Maßnahme bei Ihrer Anlage tatsächlich etwas bringt.

Hebel 4

Welcher Erzeuger bereitet Warmwasser am günstigsten auf?

Der größte Unterschied entsteht nicht beim Verbrauch, sondern beim Wirkungsgrad der Erzeugung. Ein elektrischer Boiler oder Durchlauferhitzer setzt eine Kilowattstunde Strom in eine Kilowattstunde Wärme um. Eine Brauchwasserwärmepumpe holt sich den Großteil der Energie aus der Umgebungsluft und braucht für dieselbe Warmwassermenge nur einen Bruchteil des Stroms.

ErzeugerPrinzipTypische EignungHinweis
Elektro-Boiler / DurchlauferhitzerStrom direkt in Wärmeeinzelne Zapfstellen, Gartenhäuserhöchste Betriebskosten je Liter
Gas-KombithermeWärme aus BrennstoffBestandsgebäude mit GasanschlussCO2-Preis 2026 im Korridor 55 bis 65 Euro je Tonne
BrauchwasserwärmepumpeWärme aus RaumluftKeller mit ausreichend Luftvolumenkühlt und entfeuchtet den Aufstellraum
Heizungswärmepumpe mit SpeicherWärme aus Außenluft oder ErdreichHaus mit Zentralheizungeine Anlage für Heizung und Warmwasser
SolarthermieWärme direkt aus SonneBestandsanlagen mit passender Dachflächegehört nicht zum GIEDORF-Portfolio

Wichtig ist der Aufstellort: Eine Brauchwasserwärmepumpe entzieht der Raumluft Wärme und gibt kühlere, trockenere Luft zurück. In einem Heizungskeller mit Abwärme ist das ideal, in einem beheizten Hauswirtschaftsraum dagegen kontraproduktiv, dort holt sich das Gerät die Wärme, für die Sie vorher bezahlt haben. Faustregel: mindestens etwa 20 Kubikmeter Raumvolumen und keine beheizte Umgebung.

Wenn Sie ohnehin über eine neue Heizung nachdenken, sollten Sie Warmwasser und Raumwärme zusammen planen. Details zum getrennten Weg stehen im Ratgeber Brauchwasserwärmepumpe, zum gemeinsamen Weg im Ratgeber Heizung erneuern. Die Systemseite finden Sie unter Wärmepumpe.

Aus der Praxis Bei Bestandsanlagen finden wir zwei Fehler besonders häufig. Erstens: ein Warmwasserspeicher, der auf 65 oder 70 Grad geregelt wird, weil das "schon immer so war", jedes Grad darüber kostet rund sechs Prozent zusätzliche Energie und beschleunigt die Verkalkung. Zweitens: eine Zirkulationspumpe ohne Zeitschaltung, deren Kabel niemand mehr zuordnen kann. Beides lässt sich im Rahmen eines Wartungstermins korrigieren.
Kombination

Warmwasser mit eigenem Solarstrom erwärmen

Warmwasser ist der ideale Abnehmer für Überschussstrom: Der Speicher nimmt die Energie tagsüber auf und gibt sie abends ab, er wirkt damit wie ein kleiner Wärmespeicher. Wer eine PV-Anlage besitzt, kann die Warmwasserbereitung gezielt in die Mittagsstunden legen, statt Strom für wenige Cent einzuspeisen.

Der Effekt ist größer, als er klingt: Statt eingespeisten Solarstrom mit 7,70 Cent je Kilowattstunde vergütet zu bekommen, ersetzen Sie damit Netzstrom für rund 31 Cent. Jede Kilowattstunde, die statt ins Netz in den Warmwasserspeicher wandert, ist also gut vier Mal so viel wert, ohne dass Sie Ihr Verhalten ändern müssen.

Voraussetzung ist eine Steuerung, die weiß, wann Überschuss anfällt. Genau das leisten Energiemanagementsysteme. Wie sich der Eigenverbrauch insgesamt anheben lässt, zeigt der Ratgeber Eigenverbrauch optimieren.

FAQ

Häufige Fragen zur Warmwasserbereitung

Wie viel Warmwasser verbraucht eine Person pro Tag?

Durchschnittlich 30 bis 45 Liter Warmwasser pro Person und Tag. Umgerechnet auf die Erwärmung ergibt das rund 700 Kilowattstunden Energie pro Person und Jahr. Haushalte mit Vollbädern oder langen Duschzeiten liegen deutlich darüber.

Welche Temperatur sollte der Warmwasserspeicher haben?

In größeren Anlagen mindestens 60 Grad Celsius, um Legionellen zuverlässig abzutöten (DVGW W 551). In kleinen Ein- und Zweifamilienhausanlagen unterhalb der dort genannten Grenzwerte sind rund 50 Grad meist vertretbar. Jedes Grad weniger spart etwa sechs Prozent Energie für die Warmwasserbereitung.

Lohnt sich eine Sparbrause wirklich?

Ja. Sie reduziert den Durchfluss von 12 bis 15 Litern auf 6 bis 8 Liter pro Minute und senkt den Warmwasserverbrauch um bis zu 50 Prozent. Bei einem Vier-Personen-Haushalt macht das über das Jahr mehrere hundert Kilowattstunden aus, bei Anschaffungskosten im niedrigen zweistelligen Bereich.

Soll ich die Zirkulationspumpe abschalten?

Nicht dauerhaft abschalten, sondern zeitlich begrenzen. Eine Zeitschaltuhr, die die Pumpe nur zu den üblichen Duschzeiten laufen lässt, spart Strom und Leitungsverluste, ohne dass Sie lange auf warmes Wasser warten. Vollständiges Abschalten kann bei langen Leitungen zu hygienischen Problemen führen.

Was ist günstiger: Durchlauferhitzer oder Warmwasserspeicher?

Der Durchlauferhitzer vermeidet Bereitschaftsverluste, wandelt Strom aber eins zu eins in Wärme um und ist deshalb im Betrieb teuer. Ein Speicher hat Verluste, kann aber von einer Wärmepumpe oder von Überschussstrom aus der eigenen PV-Anlage geladen werden. Für ganze Haushalte ist die Speicherlösung mit effizientem Erzeuger meist deutlich günstiger.

Kann eine Wärmepumpe das Warmwasser allein bereiten?

Ja. Eine Brauchwasserwärmepumpe ist ein eigenständiges Gerät für die Warmwasserbereitung und nutzt die Raumluft im Aufstellraum als Wärmequelle. Alternativ übernimmt eine Heizungswärmepumpe mit Trinkwasserspeicher beide Aufgaben.

Warmwasser günstiger machen, mit Blick auf die ganze Anlage

Als Meisterbetrieb aus Neuss und Bosch-Partner planen wir Warmwasser, Heizung und Stromerzeugung im Zusammenhang, im Einsatz in ganz NRW.

Quellen und weiterführende Informationen

David Grenda, Mitinhaber von GIEDORF
Über den Autor

David Grenda

David Grenda ist Mitinhaber von GIEDORF, dem Meisterbetrieb und Full-Service-Anbieter für Wärmepumpen, Photovoltaik, Stromspeicher und Energie-Management-Systeme in NRW. Mit seiner Leidenschaft für Technologie und Nachhaltigkeit treibt er innovative Energielösungen voran, die Unabhängigkeit, Effizienz und Zukunftssicherheit verbinden. Sein Ziel: moderne Energie verständlich, zugänglich und verlässlich machen, für Menschen, die heute schon an morgen denken.